187. Tiede un Maan

20:28

Die ersten Kalenderblätter fallen von der Kastanie. 
Zwischen zwei Bissen Müsli bemerke ich, dass die Batterie meiner Uhr schon wieder leer sind und ausgetauscht werden muss.
Zu spät. Merke ich, dass ich still sehe, im Leerlauf an der Ampel stehe und auf ein Zeichen warte.
Mein Herz tuckert wie der Motor, während Traktoren den Erntemond einfahren.
Meine Brust hebt und senkt sich nur noch, weil ich an der Herz-Lungen-Maschine angeschlossen bin.
In den Fuchsbau bin ich beim Spazieren gehen gestolpert und habe mir den Knöcheln verstaucht.
Der Anker um mein Sprunggelenk zieht mich wieder hinab. Ich kralle mich an allem fest was ich finden kann. Wände. Türrahmen. Türklinken. Meine Nägel brechen ab. Reißen ein. Blutend ziehe ich meine Spur.
Jeden Morgen ziehe ich mir ein neues Extrablatt an, kleide ich mich mit der neuesten Ausgabe der Zeitung,
damit ich nicht vergesse das ich 24 Stunden geatmet habe. Die Uhr kann ich nicht mehr lesen.
Ich versuche mir einen Lidstrich zu ziehen und meine Augen mich leer wie die Wodkaflaschen auf dem Balkon vorwurfsvoll anschauen.
Ich muss wegschauen.
Die Druckertinte an meinen Fingern.
Ich Verstreue mein Herz vor dem Standesamt. Eins hat sich im Buchsbaum verfangen.
Newsflash.

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